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Nicht die richtige Zeit fürs Feiern

Auf den Konzertgenuss im Grünen mit den Heidelberger Sinfonikern unter Otto Lamadé muss man dieses Jahr leider verzichten (Foto: Pfeifer)

Stadt muss weitere Jubiläumsveranstaltungen absagen

Lang war die Liste der Veranstaltungen, mit denen Walldorf in diesem Jahr seine Ersterwähnung im Lorscher Codex vor 1250 Jahren feiern wollte.

Fast genauso lang ist nun die Liste der wegen der Corona-Pandemie abgesagten Veranstaltungen. Von städtischer Seite konnten bisher nur die Vorstellung des Jubiläumsbuchs „Walldorfer Geschichte(n) aus 12 Jahrhunderten“ und der farbenfrohe Kinderfaschingsumzug am 21. Februar durchgeführt werden.

Da Großveranstaltungen bis 31. August laut Landesverordnung nach wie vor untersagt sind, wird es am 28. Juni kein Stelldichein der Oldtimer der Freunde historischer Fahrzeuge Wiesloch e. V. auf dem Marktplatz geben. Die Fans der Fahrzeuge von der Messingära bis zur Isetta der Wirtschaftswunderjahre müssen sich derzeit leider mit Fotos und Filmen ihrer Lieblinge begnügen. Auch der Auftritt der „Wonderfrolleins“ mit Petticoat und Rock ‚n‘ Roll, der die Parade der Oldtimer musikalisch begleiten sollte, fällt leider aus. Am 18. Juli wird es coronabedingt auch keinen Konzertgenuss im Hochholzer Wald beim Waldklassenzimmer geben. An diesem Abend sollte Otto Lamadé die Heidelberger Sinfoniker dirigieren. Die Premiere eines eigens für das Stadtjubiläum komponierten Werkes von Timo Jouko Herrmann entfällt damit ebenfalls und wird zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt.

Für die ebenfalls eigens zum Stadtjubiläum konzipierte Veranstaltungsreihe von Andy Widder hofft die Stadt auf den Herbst, so Erster Beigeordneter Otto Steinmann. Mit dem „Walldorfer Sommer“ sollte diese Reihe vom 7. bis 16. August an den Start gehen mit kleinen und feinen kulturellen Veranstaltungen. Wenn das Coronavirus keine zweite Infektionswelle auslöst und alle dann eventuell noch geltenden Bestimungen eingehalten werden können, sollte zumindest der „Walldorfer Herbst“ voraussichtlich vom 23. Oktober bis 8. November über die Bühnen gehen können.

Den Historischen Markt, der am 19. und 20. September im Astorpark für einen der Höhepunkte des Jubiläumsprogramms sorgen sollte, muss die Stadt „mit Trauer“, so Bürgermeisterin Christiane Staab, ebenfalls absagen. Selbst wenn Großveranstaltungen zu diesem Zeitpunkt erlaubt wären, hätte der Historische Markt als einer der ersten Mittelaltermärkte in diesem coronageplagten Jahr Fans dieser Szene aus ganz Deutschland und darüber hinaus angezogen, was nicht zu verantworten wäre. Welche ausgefallenen Veranstaltungen nachgeholt werden sollen, entscheidet der Gemeinderat nach der sommerlichen Sitzungspause.

Der mittelalterliche Schmied kommt vorerst nicht nach Walldorf (Foto: Pfeifer)

Obwohl im Vergleich zum Historischen Markt keine Großveranstaltung, werden die „Walldorfer Musiktage 2020 – Visionen“ vom September und Oktober 2020 komplett ins Jahr 2021 verlegt. Wie deren künstlerischer Leiter, Dr. Timo Jouko Herrmann, erläutert, hätten die vorgesehenen Konzerte in kleiner Besetzung eventuell stattfinden können, nicht jedoch diejenigen in größerer Besetzung. Der Bogen der Gesamtkonzeption der „Visionen“ hätte damit aber nicht mehr komplett gespannt werden können, wie man es von den „Walldorfer Musiktagen“ gewohnt ist. Timo Jouko Herrmann, der auch für die Konzertreihe der Stadt künstlerisch verantwortlich ist, will gemeinsam mit der Stadt versuchen, im ersten Halbjahr ausgefallene „Konzerte der Stadt“ auf den Herbst und Winter zu verlegen, soweit dies mit den dann geltenden Regeln vereinbar sein wird.

Kunstgenuss kommt
Die große Kunstausstellung zum Jubiläum mit dem Titel „Gestern + Heute“, die vom 11. Juli bis 13. September an verschiedenen Ausstellungsorten in Walldorf zu sehen sein sollte, wird nicht stattfinden können. Walldorfs Kunstbeauftragter Hartmuth Schweizer hatte dafür Künstlerinnen und Künstler gewonnen, die bereits in der Reihe „Kunst im Rathaus“ ausgestellt hatten und sich nun neben früheren Werken mit aktuellen Arbeiten präsentieren wollten. Die Stadt hofft, dass die Ausstellung im Rahmen von „Kunst im Rathaus“ mit Werken aus dem Nachlass von Peter Ackermann vom 14. Oktober dieses Jahres bis 6. Januar 2021 wie geplant stattfinden kann. Die Ausstellung mit Fotografien sakraler Kunst im Rhein-Neckar-Kreis dürfte am 19. November in der Ehemaligen Synagoge ihre Eröffnung erleben.

Zeichnungen, Radierungen und Gemälde von Peter Ackermann (1934 -2007) werden voraussichtlich ab 14. Oktober im Rathaus zu sehen sein

Ein weiterer Lichtblick: Für das Metropolink-Festival in Walldorf stehen die Chancen im Sommer recht gut. Veranstalter Pascal Baumgärtner hat eine freie Wand in Walldorfs Mitte gefunden und der ausgewählte Künstler kann voraussichtlich auch nach Walldorf kommen. Ob Anfang September das Zeltspektakel sein Zelt in Walldorf aufschlagen wird, ist derzeit noch in der Abklärung. Auch der Tafel Walldorf e. V. sagt die Lange Tafel, die am 19. Juli entlang der Hauptstraße zum geselligen Beisammensein bei Essen und Trinken einladen sollte, abgesagt. Man hofft auf das nächste Jahr.