Walldorf und seine Geschichte(n)
9. Dezember 2019
Jubiläumsbriefmarke wieder erhältlich
6. Februar 2020
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Große Herausforderungen gemeinsam bewältigen

Nicht mehr nur "Prosit", sondern "Auf eine gute Zeit" wünscht man sich 2020 in Walldorf (Fotos: Pfeifer)

Neujahrsansprache von Bürgermeisterin Christiane Staab

Im neuen Jahr und damit im Jubiläumsjahr 2020 konnte Bürgermeisterin Christiane Staab beim Neujahrsempfang am 12. Januar viele Gäste in der Astoria-Halle begrüßen. Vor der Astoria-Halle wehte neben den üblichen Fahnen denn auch die neue Jubiläumsfahne mit dem Wunsch „Auf eine gute Zeit“.

Nach der persönlichen Begrüßung im Foyer, bei der auch die Walldorfer Hoheiten Spargelkönigin Luisa I. und Karnevalsprinzessin Vivien I. mit einer Delegation der Storchenküken assistierten, hieß Bürgermeisterin Staab vom Rednerpult aus nochmals alle Anwesenden willkommen. Darunter waren zahlreiche ehemalige und heutige Mitglieder des Gemeinderats, Ehrenbürger, Abgeordnete von Bundestag und Landtag, Bürgermeister sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Kirche, Polizei und den vielen mit der Stadt verbundenen Vereinen, Verbänden und Institutionen. Einen herzlichen Gruß und Dank richtete die Bürgermeisterin an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als „klasse Mannschaft“.

Neujahrsansprache von Bürgermeisterin Staab

Im neuen Jahr und damit im Jubiläumsjahr 2020 konnte Bürgermeisterin Christiane Staab beim Neujahrsempfang am 12. Januar viele Gäste in der Astoria-Halle begrüßen. Vor der Astoria-Halle wehte neben den üblichen Fahnen denn auch die neue Jubiläumsfahne mit dem Wunsch „Auf eine gute Zeit“.

 

Nach der persönlichen Begrüßung im Foyer, bei der auch die Walldorfer Hoheiten Spargelkönigin Luisa I. und Karnevalsprinzessin Vivien I. mit einer Delegation der Storchenküken assistierten, hieß Bürgermeisterin Staab vom Rednerpult aus nochmals alle Anwesenden willkommen. Darunter waren zahlreiche ehemalige und heutige Mitglieder des Gemeinderats, Ehrenbürger, Abgeordnete von Bundestag und Landtag, Bürgermeister sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Kirche, Polizei und den vielen mit der Stadt verbundenen Vereinen, Verbänden und Institutionen. Einen herzlichen Gruß und Dank richtete die Bürgermeisterin an ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als „klasse Mannschaft“.

 

In einer Mischung aus Rückblick und Ausblick streifte Staab die wichtigsten Projekte, Entwicklungen, Vorhaben und Veranstaltungen. Letzteren galt besondere Beachtung angesichts des Stadtjubiläums zur Erinnerung an die urkundliche Ersterwähnung „Waltdorfs“ im Lorscher Codex vor 1250 Jahren. Vom Kinderfaschingsumzug – einem Novum in Walldorf – über Festumzug, Oldtimertreffen, historischen Markt bis zur neuen Veranstaltungsreihe „Walldorfer Sommer“ und „Walldorfer Herbst“ reichte die Spannbreite. Beim Blick zurück ging Staab besonders auf den 26. Mai 2019 ein, an dem der neue Gemeinderat gewählt wurde. Sie dankte früheren wie heutigen Mitgliedern des Gremiums für das „großartige ehrenamtliche Engagement“. Dass die Stadträtinnen und Stadträte auch künftig ein „umfangreiches und zeitintensives Pensum an Sitzungen mit Diskussionen und Beschlüssen“ erwartet, wurde bei den weiteren Themen deutlich, auf die Staab näher einging, denn man werde, wie sie versicherte, 2020 natürlich nicht nur feiern.

Dankbar für Handlungsspielraum

Als wichtige Aufgabe nannte Staab unter anderem die Planungen für ein weiteres Pflegezentrum des Astor-Stifts mit stationären Plätzen für an Demenz erkrankte Menschen. Nach dem Ansturm auf die städtischen Grundstücke im zweiten Bauabschnitt von Walldorf-Süd müsse nun der dritte und letzte Bauabschnitt weiterentwickelt werden, so Staab. Stolz auf die „vielfältigen und umfassenden Betreuungs- und Bildungseinrichtungen Walldorfs“ zeigte sich die Bürgermeisterin. Dies nicht nur wegen des baldigen Abschlusses der Bauarbeiten am Schulzentrum, sondern auch wegen der umfassenden Betreuung in den Kindertagesstätten und der kommunalen Schülerbetreuung an den Grundschulen, die sich Walldorf leisten könne. Der großzügige Handlungsspielraum sei dem attraktiven Wirtschaftsstandort Walldorf mit „mehr als solider finanzieller Basis“ zu verdanken, erklärte Christiane Staab, die den Unternehmen in Walldorf, allen voran der SAP, aber auch den mittelständischen Betrieben und dem Einzelhandel für die positive Entwicklung Walldorfs dankte.

Ohne Zeigefinger

Keineswegs positiv, sondern „enttäuschend“ fiel Staabs Einschätzung des jüngsten Klimagipfels in Madrid aus. „Wahrscheinlich hätte man mehr für den Klimaschutz erreicht, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gipfels zuhause geblieben und gar nicht erst ins Flugzeug gestiegen wären“, meinte sie. Staab befürchtete, dass die Diskussionen und Demonstrationen zum Klimaschutz sich immer stärker zum Generationenkonflikt ausweiten könnten. Es könne nicht sein, dass man mit dem „ausgestreckten Zeigefinger“ auf andere zeige und Schuld zuweise. „Wir haben kein Erkenntnisproblem in Sachen Klimawandel, sondern ein Umsetzungsproblem“, stellte sie fest und plädierte dafür, das eigene Verhalten zu reflektieren und selbst zu überlegen, was jeder einzelne tun könne, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. „Nur gemeinsam in einem großen gesellschaftlichen Konsens können wir diese große Herausforderung annehmen und bewältigen. Und hierbei spielt Deutschland sicher eine Vorbildrolle, die wir alle gemeinsam annehmen müssen“, erklärte Staab unter dem Applaus des Publikums. Mit verschiedenen Baumpflanzaktionen im Jubiläumsjahr, aufblühenden Grünflächen in der Innenstadt, Blühwiesen und Bienenweiden auf landwirtschaftlichen Flächen und der Zusammenarbeit mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, um neue Baumarten zu testen, und der in Kürze stattfindenden Ausstellung mit Vorträgen zum Thema „Klimawandelzeiten“ nannte Staab wichtige Walldorfer Projekte zum Klimaschutz. Die Aktivitäten der Fair-trade-Steuerungsgruppe, die einen aktualisierten „Fairführer“ auflegen wird und sich wieder an der Fairen Woche beteiligt samt beliebtem Apfelsafttag, erwähnte Staab anerkennend. Eine herzliche Einladung erging, sich doch beim Arbeitskreis Klimaschutz und der Fairtrade-Gruppe einzubringen. Dass Klimaschutz nur mit einer Veränderung des Mobilitätsverhaltens machbar ist, machte Christiane Staab deutlich. Auf der städtischen Agenda stehen hier einige Projekte, die den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad und den Bus attraktiver machen sollen. Im Rahmen des Mobilitätspaktes Walldorf-Wiesloch wird es zudem um die Neuordnung des Verkehrs rund um die Anschlussstelle Walldorf und den Monsterknoten gehen. Ob der „überbordende Individualverkehr“ tatsächlich durch die Elektromobilität eingedämmt werden könne, bezweifelte Staab. „Zurzeit wird ein E-Auto eher zusätzlich für den Stadtverkehr mit engerem Radius angeschafft“, sagte sie. Angesichts der engen Walldorfer Straßen mit knappen Parkplätzen bei oft zweckentfremdeten Garagen sei hier nichts gewonnen.

Im Gespräch bleiben

Mit den Jugendlichen will die Stadt auch weiterhin im Gespräch bleiben. Im Jugendforum, das vom Team des Jump koordiniert wird, wird derzeit diskutiert, wie das Umfeld des Skaterparks zu einem ansprechenden Treffpunkt aufgewertet werden kann. Auch den in die Jahre gekommenen Skaterpark nimmt das Jugendforum laut Bürgermeisterin Staab unter die Lupe. Auf die beiden großen Kunstausstellungen der Stadt im Jubiläumsjahr und die Radiale, früher als Kreiskulturwoche bekannt, die wieder nach Walldorf kommt, wies Staab noch hin. Dass ein Teil des Nachlasses des bedeutenden Grafikers Peter Ackermann der Stadt geschenkt werde, sei vor allem Professor Dr. Andreas Franzke, mehrfacher Vorsitzender der Kunstpreisjury, und Walldorfs Kunstbeauftragtem Hartmuth Schweizer zu verdanken, erklärte Staab. Mit dem Künstler Wolfgang Folmer gibt es ein Wiedersehen, denn er ist der nächste Gastkünstler Walldorfs.

Beim anschließenden Umtrunk im Foyer wurde allseits „Auf eine gute Zeit“ angestoßen und die ausliegenden Broschüren mit Veranstaltungsterminen für das Jubiläumsjahr eingesteckt. Nachdem das Streichquartett des SAP Sinfonieorchesters den Empfang mit Mozart eingeläutet hatte, sorgte das gesamte Sinfonieorchester unter Leitung von Johanna Weitkamp beim abschließenden Neujahrskonzert mit Walzer und Polka nochmals für die schon öfter zitierte „gute Zeit“.

 

 

 

 

Gemeinsam mit den Walldorfer Hoheiten, Spargelkönigin Luisa I. (links) und Karnevalsprinzessin Vivien I. sowie einer Delegation der Storchenküken begrüßte Bürgermeisterin Staab die Gäste

In einer Mischung aus Rückblick und Ausblick streifte Staab die wichtigsten Projekte, Entwicklungen, Vorhaben und Veranstaltungen. Letzteren galt besondere Beachtung angesichts des Stadtjubiläums zur Erinnerung an die urkundliche Ersterwähnung „Waltdorfs“ im Lorscher Codex vor 1250 Jahren. Vom Kinderfaschingsumzug – einem Novum in Walldorf – über Festumzug, Oldtimertreffen, historischen Markt bis zur neuen Veranstaltungsreihe „Walldorfer Sommer“ und „Walldorfer Herbst“ reichte die Spannbreite. Beim Blick zurück ging Staab besonders auf den 26. Mai 2019 ein, an dem der neue Gemeinderat gewählt wurde. Sie dankte früheren wie heutigen Mitgliedern des Gremiums für das „großartige ehrenamtliche Engagement“. Dass die Stadträtinnen und Stadträte auch künftig ein „umfangreiches und zeitintensives Pensum an Sitzungen mit Diskussionen und Beschlüssen“ erwartet, wurde bei den weiteren Themen deutlich, auf die Staab näher einging, denn man werde, wie sie versicherte, 2020 natürlich nicht nur feiern.

Dankbar für Handlungsspielraum

Als wichtige Aufgabe nannte Staab unter anderem die Planungen für ein weiteres Pflegezentrum des Astor-Stifts mit stationären Plätzen für an Demenz erkrankte Menschen. Nach dem Ansturm auf die städtischen Grundstücke im zweiten Bauabschnitt von Walldorf-Süd müsse nun der dritte und letzte Bauabschnitt weiterentwickelt werden, so Staab. Stolz auf die „vielfältigen und umfassenden Betreuungs- und Bildungseinrichtungen Walldorfs“ zeigte sich die Bürgermeisterin. Dies nicht nur wegen des baldigen Abschlusses der Bauarbeiten am Schulzentrum, sondern auch wegen der umfassenden Betreuung in den Kindertagesstätten und der kommunalen Schülerbetreuung an den Grundschulen, die sich Walldorf leisten könne. Der großzügige Handlungsspielraum sei dem attraktiven Wirtschaftsstandort Walldorf mit „mehr als solider finanzieller Basis“ zu verdanken, erklärte Christiane Staab, die den Unternehmen in Walldorf, allen voran der SAP, aber auch den mittelständischen Betrieben und dem Einzelhandel für die positive Entwicklung Walldorfs dankte.

Ohne Zeigefinger

Keineswegs positiv, sondern „enttäuschend“ fiel Staabs Einschätzung des jüngsten Klimagipfels in Madrid aus. „Wahrscheinlich hätte man mehr für den Klimaschutz erreicht, wenn die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Gipfels zuhause geblieben und gar nicht erst ins Flugzeug gestiegen wären“, meinte sie. Staab befürchtete, dass die Diskussionen und Demonstrationen zum Klimaschutz sich immer stärker zum Generationenkonflikt ausweiten könnten. Es könne nicht sein, dass man mit dem „ausgestreckten Zeigefinger“ auf andere zeige und Schuld zuweise. „Wir haben kein Erkenntnisproblem in Sachen Klimawandel, sondern ein Umsetzungsproblem“, stellte sie fest und plädierte dafür, das eigene Verhalten zu reflektieren und selbst zu überlegen, was jeder einzelne tun könne, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. „Nur gemeinsam in einem großen gesellschaftlichen Konsens können wir diese große Herausforderung annehmen und bewältigen. Und hierbei spielt Deutschland sicher eine Vorbildrolle, die wir alle gemeinsam annehmen müssen“, erklärte Staab unter dem Applaus des Publikums. Mit verschiedenen Baumpflanzaktionen im Jubiläumsjahr, aufblühenden Grünflächen in der Innenstadt, Blühwiesen und Bienenweiden auf landwirtschaftlichen Flächen und der Zusammenarbeit mit der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, um neue Baumarten zu testen, und der in Kürze stattfindenden Ausstellung mit Vorträgen zum Thema „Klimawandelzeiten“ nannte Staab wichtige Walldorfer Projekte zum Klimaschutz. Die Aktivitäten der Fair-trade-Steuerungsgruppe, die einen aktualisierten „Fairführer“ auflegen wird und sich wieder an der Fairen Woche beteiligt samt beliebtem Apfelsafttag, erwähnte Staab anerkennend. Eine herzliche Einladung erging, sich doch beim Arbeitskreis Klimaschutz und der Fairtrade-Gruppe einzubringen. Dass Klimaschutz nur mit einer Veränderung des Mobilitätsverhaltens machbar ist, machte Christiane Staab deutlich. Auf der städtischen Agenda stehen hier einige Projekte, die den Umstieg vom Auto auf das Fahrrad und den Bus attraktiver machen sollen. Im Rahmen des Mobilitätspaktes Walldorf-Wiesloch wird es zudem um die Neuordnung des Verkehrs rund um die Anschlussstelle Walldorf und den Monsterknoten gehen. Ob der „überbordende Individualverkehr“ tatsächlich durch die Elektromobilität eingedämmt werden könne, bezweifelte Staab. „Zurzeit wird ein E-Auto eher zusätzlich für den Stadtverkehr mit engerem Radius angeschafft“, sagte sie. Angesichts der engen Walldorfer Straßen mit knappen Parkplätzen bei oft zweckentfremdeten Garagen sei hier nichts gewonnen.

Im Gespräch bleiben

Mit den Jugendlichen will die Stadt auch weiterhin im Gespräch bleiben. Im Jugendforum, das vom Team des Jump koordiniert wird, wird derzeit diskutiert, wie das Umfeld des Skaterparks zu einem ansprechenden Treffpunkt aufgewertet werden kann. Auch den in die Jahre gekommenen Skaterpark nimmt das Jugendforum laut Bürgermeisterin Staab unter die Lupe. Auf die beiden großen Kunstausstellungen der Stadt im Jubiläumsjahr und die Radiale, früher als Kreiskulturwoche bekannt, die wieder nach Walldorf kommt, wies Staab noch hin. Dass ein Teil des Nachlasses des bedeutenden Grafikers Peter Ackermann der Stadt geschenkt werde, sei vor allem Professor Dr. Andreas Franzke, mehrfacher Vorsitzender der Kunstpreisjury, und Walldorfs Kunstbeauftragtem Hartmuth Schweizer zu verdanken, erklärte Staab. Mit dem Künstler Wolfgang Folmer gibt es ein Wiedersehen, denn er ist der nächste Gastkünstler Walldorfs.

Beim anschließenden Umtrunk im Foyer wurde allseits „Auf eine gute Zeit“ angestoßen und die ausliegenden Broschüren mit Veranstaltungsterminen für das Jubiläumsjahr eingesteckt. Nachdem das Streichquartett des SAP Sinfonieorchesters den Empfang mit Mozart eingeläutet hatte, sorgte das gesamte Sinfonieorchester unter Leitung von Johanna Weitkamp beim abschließenden Neujahrskonzert mit Walzer und Polka nochmals für die schon öfter zitierte „gute Zeit“.

Nach Ansprache und Umtrunk lockte das SAP Sinfonieorchester das Publikum wieder in den Saal zum Ausklang mit Walzer und Polka